Die Ruinenstadt Teotihuacán

von am 05/12/11 um 5:41 pm

Die Ruinenstadt Teotihuacán

Die mexikanische Ruinenstadt Teotihuacán befindet sich nur etwa 45 Kilometer entfernt von Mexiko Stadt. Im ersten Jahrhundert nach Christus war die Stadt das Zentrum Mesoamerikas, die aus weitgehend unbekannten Gründen verlassen wurde. Die vielseitigen kulturellen Einflüsse auf Mesoamerika hielten jedoch bis zur Eroberung Mexikos durch die Spanier an.

Ursprünge der mythischen Stadt

Besiedelt war das Stadtgebiet von Teotihuacán schon seit dem sechsten vorchristlichen Jahrhundert. Erst zwischen 100 und 650 n. Chr. wurde Teotihuacán zum dominierenden wirtschaftlichen, kulturellen und militärischen Zentrum ganz Mesoamerikas. Laut Schätzungen bevölkerten zur Blütezeit etwa 200.000 Einwohner die Stadt. Als die Azteken in das mexikanische Hochland einwandern, finden sie bereits eine jahrhundertelang verlassene Ruinenstadt vor. Sie sahen in der Stadt einen mythischen Ort und gaben ihr den Namen Teotihuacán. Die Erforschung der Stadt gestaltet sich schwierig, da keinerlei schriftliche Hinterlassenschaften existieren und die wissenschaftlichen Erkenntnisse allein auf der Interpretation der Funde basieren. Mittlerweile gehört die Stadt zum UNESCO Weltkulturerbe.

Aufbau der Stadtanlage Teotihuacáns

Im Museum vor Ort kann man sich ein Bild vom Ausmaß der Stadt anhand eines Modells des Stadtzentrums machen. Zur Blütezeit nahm die Stadt eine Fläche von mehr als 20 Quadratkilometern ein. Die Hauptachse der Stadt ist die sogenannte Straße der Toten, die sich durch die Stadt zieht und oft von Treppendämmen unterbrochen wird. Am nördlichen Ende der Straße der Toten befindet sich die Mondpyramide mit einem vorgelagerten Platz samt Quetzalpapalotl Palast. Im Süden läuft die Straße auf den Cerro Gordo zu und passiert dabei den Great Compound und den Tempel Quetzalcoatl. Am Gipfel des Berges Cerro Gordo befanden sich ein Tempel, eine Zitadelle und ein großer Hofkomplex. Das Zentrum Teotihuacáns bilden jedoch die Sonnenpyramide und die plataforma adosada. Die plataforma adosada diente möglicherweise als Platz für Zeremonien.

Teotihuacán wichtigste Pyramiden

Das wichtigste Gebäude der Ruinenstadt war die Sonnenpyramide. Sie ist die drittgrößte Pyramide der Welt und wurde um 100 n. Chr. errichtet, den Namen erhielt sie allerdings erst von den Azteken. Schon nach der Freilegung im Jahr 1906 begann man die Pyramide zu restaurieren. Erst 1968 wurde eine unterirdische Höhle mit Artefakten aus der Zeit von Teotihuacán und aus der Zeit der Azteken gefunden. Aufgrund dessen kann davon ausgegangen werden, dass die Pyramide für religiöse Zwecke diente. Bis jetzt ist nicht sicher, welchem Gott die Pyramide geweiht wurde. Am Ende der Straße der Toten befindet sich die Mondpyramide.Die Bauzeit der Mondpyramide wird auf rund ein Jahrhundert nach der Sonnenpyramide datiert. Die Mondpyramide liegt auf einer Erhöhung und deswegen liegt die Spitze der Pyramide, trotz der geringeren Größe, etwa auf der Höhe der Spitze der Sonnenpyramide. In den Kammern der Mondpyramide wurden menschliche Überreste gefunden. Da die Pyramide auf einer Erhöhung errichtet worden war und von jedem Punkt der Stadt aus sichtbar war, wird angenommen, dass sie dem Sturmgott geweiht war.

Hightech Suche nach verborgenen Kammern

Mit Hilfe von Hightech Geräten versuchen Wissenschaftler zurzeit, neue Erkenntnisse aus der Sonnenpyramide zu erlangen. Detektoren sollen subatomare Teilchen messen und so Hinweise darauf geben, wo sich Grabkammern befinden könnten. Archäologen hoffen auf Ergebnisse, damit Teotihuacáns Geschichte endlich neu und umfassend erzählt werden kann.

Image: Dmitry Rukhlenko – Fotolia

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